Terrarienbewohner in Südtirol

Pythons (Pythonidae) gehören zur Unterfamilie der ungiftigen Riesenschlangen. Wegen ihrer körperlichen Merkmale wurden sie lange Zeit mit den Boas zur Familie der Riesenschlangen gezählt, wobei genetische Untersuchungen an der nahen Verwandtschaft der beiden Arten zweifeln lassen. Phytons gelten als Bewohnerinnen der so genannten ,,Alten Welt", da sie vor allem in Afrika, Süd- und Südostasien sowie in Australien vorkommen. Sie töten ihre Beute, indem sie durch Umschlingen die Sauerstoffzufuhr unterbinden. Pythons legen Eier (ovipar) und pflegen diese etwa zwei Monate lang bis zum Schlüpfen der Jungtiere. Alle Pythons haben ein Grubenorgan, mit dem sie Infrarotstrahlen erfassen: Sie können so auch im Dunklen jagen.

Boas (Boidae) sind Vertreter der ungiftigen Riesenschlangen und gehören damit zu den weltweit größten Schlangen. Sie töten ihre Beute durch Umschlingen. Boas sind lebendgebärend (vivipar): Sie entwickeln sich vollständig im Mutterleib und werden nach etwa sechs bis acht Monaten geboren. Die Kopfform variiert je nach Art, die Augen besitzen kein Lid und die Pupille ist senkrecht geschlitzt. Boas besitzen kein Gehör, sie nehmen Erschütterungen am Unterkiefer wahr. Boas bewohnen die so genannte ,,Neue Welt": Sie leben in Nord-, Süd- und Mittelamerika sowie in der Karibik. Außerdem gibt es Arten in Afrika, Madagaskar, Asien sowie auf den Salomonen und anderen Pazifikinseln. Sie fressen vor allem Säuger und Vögel.

Mit 1.700 Arten ? dies entspricht fast 60 Prozent der weltweit lebenden Schlangen ? gehören die Nattern (Colubridae) zu den bekanntesten und am häufigsten verbreiteten Schlangenarten der Welt. In der Familie der Nattern gibt es auf dem Erdboden lebende, grabende und kletternde Arten. Nattern sind überwiegend schlank und langschwänzig. Relativ große Schuppen und ein vom Hals abgesetzter Kopf, der lang und schmal oder kurz und stumpf sein kann, sowie große runde oder ovale Pupillen kennzeichnen diese Schlangenfamilie. Eventuell vorhandene Giftzähne befinden sich immer im hinteren Teil des Oberkiefers (Trugnattern). Nattern ernähren sich von Kleinsäugern, Vögeln, Echsen, Amphibien, Fischen, Gliederfüßern, Weichtieren und von Vogeleiern. Nattern neigen zum Kannibalismus und fressen auch ihre Artgenossen, wie etwa die Königsnattern.

Die Echsen (Lacertilia, veraltet auch Sauria) gehören zu den Schuppenkriechtieren mit voll entwickelten Gliedmaßen, mit Ausnahme der Schleichen. Man unterscheidet fünf Unterordnungen:

  • Zu den Leguanartigen (Iguania) gehören die Familien der Leguane (Iguanidae), der Agamen (Agamidae) und der Chamäleons Chamaeleonidae). Ihre Vertreter haben stachelige Kämme auf Rücken und Schwanz sowie Hörner und helmartige Kopfauswüchse. Ihre Kehlsäcke sind beim Droh- oder Balzverhalten wichtig. Die Leguanartigen leben weltweit in den Tropen und Subtropen.
  • Geckoartige (Gekkota): Zu dieser Unterordnung gehören die Geckos (Gekkonidae), die australischen Flossenfüße (Pygopodidae) sowie fünf weitere Familien, die erst in jüngster Zeit von den Geckos getrennt wurden, und einige fossile Unterordnungen. Ihre Zungen sind fleischig und dick. Die nachtaktiven Arten können sich durch Rufe verständigen.
  • Die Skinkartigen (Scincomorpha) leben weltweit in den Tropen und Subtropen, oft in trockenen Gebieten und meist auf dem Erdboden: Nur wenige Vertreter dieser Unterordnung können klettern und leben in Bäumen. Unter ihnen gibt es schlangenartige Arten mit reduzierten Gliedmaßen. Alle Skinkartigen kennzeichnet eine Zunge, die von übereinanderliegenden, flachen Schuppen bedeckt ist.
  • Die meisten Vertreter der Schleichenartigen (Diploglossa) besitzen eine typische Echsengestalt. Es kommen jedoch auch schlangenartige beinlose Arten und langgestreckte Formen vor, deren Beine zu kleinen Stummeln verkümmert sind.
  • Waranartige (Platynota) sind in den tropischen und subtropischen Gebieten von Afrika, Asien und Australien zu Hause und bewohnen eine Vielzahl von Lebensräumen. Bei den meisten Waranen handelt es sich um lang gestreckte Echsen mit spitz zulaufendem Kopf und einem langen Schwanz. Alle Vertreter dieser Unterordnung sind tagaktiv und verbringen die Nacht in Unterschlüpfen. Sie ernähren sich von Insekten und Wirbellosen, aber auch kleinen bis mittelgroßen Wirbeltieren. Einige Arten fressen auch Aas. Nur drei Arten, die auf den Philippinen vorkommen, nehmen neben tierischer Nahrung auch zu einem großen Teil Früchte zu sich.

Die Schildkröten (Testudinata) sind wechselwarme, eierlegende Kriechtiere. Man unterscheidet derzeit 313 Arten. Sie besiedeln alle Kontinente der Erde mit Ausnahme der Polargebiete und sind in Wäldern, Sümpfen, Wüsten und Halbwüsten, Seen, Tümpeln, Flüssen und in den Meeren der gemäßigten Breiten sowie den Tropen und Subtropen anzutreffen. Ihr Panzer macht ungefähr 30 Prozent des Körpergewichtes aus. Schildkröten sehen sehr gut und können bis auf die Grautöne Farben sogar besser differenzieren als Menschen. Ihr Geruchssinn ist besonders stark ausgeprägt. Schildkröten sind meist stumm, nicht jedoch in Schrecksituationen: In solchen können sie piepsende Laute oder ein Fauchen von sich geben. Schildkröten sind größtenteils Allesfresser und können ein sehr hohes Alter erreichen.

Amphibien und Lurche (Amphibia) gehören zu den ältesten bekannten Landwirbeltieren (Vertebrata). Der Name Amphibie kommt aus dem Griechischen und bedeutet ,,mit doppeltem Leben". Sie leben zum Teil an Land und zum Teil an Wasser. Es gibt weltweit 6.000 vorwiegend nachtaktive Arten. Amphibien und Lurche sind auf allen Kontinenten vertreten, mit Ausnahme der Antarktika. Die Amphibien werden in drei Gruppen unterteilt: Blindwühlen (Gymnophiona), Schwanzlurche (Caudata oder Urodela) und Froschlurche (Salientia oder Anura).

 

Artgerechte Haltung: Herausforderung und Verantwortung

Reptilien zählen zu den ältesten Lebewesen dieser Erde: Die insgesamt 9.547 Arten besiedeln seit über 300 Millionen Jahre die Erde. Reptilien wirken durch ihr exotisches und oftmals bizarres Aussehen auf viele Menschen abschreckend, auf andere hingegen besonders anziehend. Nicht nur Schlangen, sondern auch Reptilien wie Geckos oder Schildkröten werden von Terrarianern liebevoll zu Hause gepflegt. Mögen auch manche Reptilien robust aussehen, so können sie trotzdem sehr empfindlich sein und hohe Ansprüche an die Haltung stellen. Ein respektvoller Umgang, eine angemessene Feinfühligkeit und die richtige Pflege dieser faszinierenden Tiere sind Voraussetzung für die artgerechte Haltung vieler Reptilien. Reptilien zu züchten bringt nicht nur eine große Herausforderung und Verantwortung mit sich, sondern vermindert auch den regen Import von Wildfängen in die Europäische Union. Informieren Sie sich bei Herpeton über die Bedürfnisse Ihres Pfleglings. Wir stehen Ihnen gerne mit Ratschlägen und Tipps zur Seite.

 

Terraristik

Die Terraristik befasst sich mit allen Aspekten rund um ein Terrarium, von der Planung über die Einrichtung bis hin zur artgerechten Pflege des darin lebenden Tieres. Ein Terrarium ist eine biotopähnliche Nachbildung des typischen Lebensraums des gehegten Tieres. Dazu zählen die Trocken-, Wald-, Feucht-, Aqua- und Freiland-Terrarien. All diese Terrarienvarianten benötigen eine bestimmte Bauweise und Mindestgröße, um den Ansprüchen ihrer Bewohner gerecht zu werden. Die Einrichtung eines Terrariums richtet sich vor allem danach, welche Tiere das Terrarium bewohnen sollen: Jede Art stellt andere Anforderungen an ihre Umgebung. Ziel sollte es sein, den natürlichen Lebensraum nachzuempfinden, etwa durch Pflanzen, Äste oder Steinaufbauten. Auch die Auswahl des richtigen Bodensubstrates sollte anhand des im natürlichen Lebensraum vorhandenen Untergrundes stattfinden. Häufig anzutreffende Naturmerkmale wie große Wasserstellen können nachgebaut werden, ergänzen das Gesamtbild des Terrariums und verbessern das benötigte Klima. Beim Dekorieren von Terrarien gilt: Weniger ist mehr! Auf gar keinen Fall Gegenstände ins Terrarium geben, die für ihren Pflegling gefährlich sein könnten wie giftige Pflanzen oder scharfkantige Steine (Verletzungsgefahr).

Eine Beleuchtung ist für den Terrariumbewohner unverzichtbar. Sie spiegelt den Tag- und Nacht-Zyklus wieder, die UVA/UVB Strahlung trägt zum Wohlbefinden bei. Das Licht sorgt für eine bessere Wahrnehmung der Umgebung und zudem für eine intensivere Färbung des Pfleglings. Mit Hilfe der UVB-Strahlung ist es dem Tier möglich, das für ihn wichtige Pro-Vitamin D herzustellen. Durch die Strahlen der Infrarotlampen werden die Körpertemperatur und damit die Aktivität reguliert. Die Lampen im Terrarium sollten außerhalb der Reichweite der Tiere angebracht werden. Weiters sollte sich das Terrarium an einem sicheren und ruhigem Ort ohne Luftzug befinden. Zusätzlich soll es dem Besitzer möglich sein, das Terrarium ohne Schwierigkeiten sauber zu halten.

 

Wüsten-Terrarium

Bewohner eines Wüstenterrariums brauchen ein funktionierendes Heizungssystem, das tagsüber hohe Temperaturen hält und nachts die Temperatur beträchtlich senkt. Deshalb gilt: Bodenheizungen nie ganzflächig installieren. Es ist zu beachten, dass es einen Aufwärmbereich gibt, aber auch kühlere Bereiche, um eine Überhitzung zu vermeiden. Dies wird durch die richtige Beleuchtung erreicht.

Zur Grundausstattung des Wüsten-Terrariums gehören Sand und wahlweise Steine. Übereinander gelegte Steine müssen gut befestigt werden, damit die Tiere diese beim Klettern nicht zum Einsturz bringen und sich selbst verletzen. Keinesfalls darf eine Trinkquelle fehlen. Felsen-Terrarien sind eine Form der Wüsten-Terrarien und werden ausschließlich mit Steinen und Steinaufbauten gestaltet.

 

Regenwald-Terrarium

Regenwaldbewohner benötigen ein hohes Terrarium mit vielen Klettermöglichkeiten (je nach Tierart). In dieser Art von Terrarium muss eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine verhältnismäßig konstant hohe Temperatur gehalten werden. Es soll einer kleinen tropischen Welt ähneln. Die lebensnotwendige Luftfeuchtigkeit kann durch tägliches Übersprühen der Einrichtungsgegenstände, der Pflanzen sowie durch ein immerzu feuchtes Bodensubstrat erreicht werden. Weiters benötigt das Terrarium eine ständige Frischluftzufuhr, welche die Kondenswasserbildung eindämmt, sodass es nicht zur Schimmelbildung kommt. Es soll aber keine Zugluft im Terrarium herrschen. Regenwald-Terrarien können ohne weiteres auch mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen ausgestattet werden. Das Bodensubstrat soll Feuchtigkeit aufnehmen und speichern können, dabei hilft eine Deckschicht aus Laub und Moos.

 

Aqua-Terrarium

Aqua-Terrarien sind für Tiere gedacht, die sowohl im Wasser als auch an Land leben. Der Wasserbereich muss tief genug sein, damit das Tier vollständig untertauchen kann. Wärmestrahler eignen sich bestens, um das Wasser zu erwärmen. Auch Heizstäbe für Aquarien sind geeignet, müssen aber vollständig im Wasser und dürfen für die Tiere nicht erreichbar sein. Der Landbereich muss für alle im Terrarium lebenden Bewohner gleichzeitig Platz bieten. Dabei ist auf die zu erwartende Größe des ausgewachsenen Tieres zu achten.

Eine flache Böschung und abgerundete Steine haben sich bewährt und sollen den Übergang vom Wasserteil zum Landteil bilden, um den Tieren den Ausstieg an Land zu erleichtern.